(Partielle) Dissoziative Identitätsstörung & Tinnitus / Ohrgeräusche

Das Thema Ohrgeräusche und Tinnitus ist an sich bereits ein großes Thema unter Menschen mit dissoziativen Strukturen, multiplen Systemen.
Auffällig ist, dass viele Betroffene mit diagnostizierter DIS immer wieder von sehr störenden Ohrgeräuschen schreiben und sich mühsam damit durch den Alltag kämpfen.
Grundlegend kennen fast alle Menschen (auch ohne Diagnose) sogenannte Ohrgeräusche.

Selbsthilfegruppen mit dem Schwerpunkt der dissoziativen Identitätsstörung / komplexe PTBS

Fehlt eine SHG im deutschsprachigen Raum? Teile mir das mit!

Augsburg - Ansbach - - Berlin - Bielefeld - Bremen - Braunschweig - Darmstadt - Hannover - Karlsruhe - Kassel Krefeld - München - Nürnberg - Osnabrück - Saarbrücken - Salzburg - Wien

DIS - Augsburg
Traumafachberaterin (DeGPT). Jetzt neu in. Augsburg!
(Anmerkung: mir ist nicht bekannt wie aktuell diese Information ist)
Flyer als PDF: Flyer_SHG_DIS_Augsburg.pdf

EgoStates-Gruppe - Braunschweig
In dieser Gruppe können Frauen im Austausch mit anderen Frauen z.B. :

  • ihre Ego–States kennenlernen
  • den Austausch und die Zusammenarbeit mit den eigenen Ego–States entwickeln
  • lernen, sich die Stärken und Ressourcen ihrer Ego–States nutzbar zu machen
  • Ideen für die Versorgung von kindlichen States sammeln

Die Gruppe ersetzt keine Psychotherapie, kann allerdings eine begleitende Ergänzung sein.
http://www.disunddas-gbr.de

DIS - Bremen

Der VIELE-Treff ist eine begleitete Selbsthilfegruppe für Menschen mit Multipler Persönlichkeit (Dissoziativer Identitätsstruktur), die sich mit anderen über das Leben als „Viele“ austauschen möchten. Den Inhalt der Treffen gestalten die TeilnehmerInnen selbst, dabei kann es z.B. um das Besprechen und Austauschen verschiedener Alltagserfahrungen gehen, um Spielen und Spaß haben und vieles mehr.

https://vielfalt-info.de/index.php/angebote/viele-treff
Flyer als PDF: SH-Flyer_2012.pdf

DIS -Karlsruhe

Unsere Selbsthilfegruppe orientiert sich gezielt am Skillstraining der Dialektisch Behavioralen Therapie (DBT) und richtet sich an diejenigen, die bereits DBT Erfahrung haben oder erlernen möchten.

https://www.dbt-selbsthilfegruppe-karlsruhe.de


DIS - Bielefeld

Die Gruppentreffen finden im Mal- und Gestaltatelier von Ulrike Grosse statt, denn ihre Räume bieten Platz und Möglichkeiten kreativ und gestalterisch zu arbeiten. Die wöchentlichen Treffen erstrecken sich über den Zeitraum von neun Monaten und die Teilnehmerinnen haben so die Möglichkeit in einer festen und verbindlichen Gruppe zu arbeiten.

https://wildwasser-bielefeld.de

DIS - Darmstadt

Ein Angebot für Menschen, die sichals Viele fühlen, ein Ort für lösungsorientierten Austausch, eine Fundgrube an Informationen über Hilfenetzwerke und Beratungsstellen, einen Raum zum Mut machen und bekommen, ein sicherer Platz um gemeinsam neue Schritte ins Leben zu wagen,  eine Gelegenheit sich selbst und andere besser zu verstehen und Stärken zu erkennen.

https://www.wildwasser-darmstadt.de/gruppen-2/

DIS - Krefeld

Menschen mit multiplen Persönlichkeiten haben oftmals Schwierigkeiten sich im Leben zurechtzufinden. Ein Themenschwerpunkt unserer Gruppe ist deshalb die Bewältigung des Alltags mit all seinen kleinen und größeren Herausforderungen. Hier wollen wir mit- und von einander lernen.

https://dis-selbsthilfe-krefeld.de/die-selbsthilfegruppe/

DIS - Berlin

Wir haben mit vielerlei im letzten Jahr eine Selbsthilfegruppe aufgebaut für Menschen mit komplexem Gewalterfahrungen und einer daraus entstanden dissoziativen Symptomatik. Dabei ist es nicht unsere Absicht Einzelne auszuschließen, sondern wir wollen versuchen, für eine bestimmte Gruppe von Menschen einen sicheren Rahmen zu schaffen.

https://vielerleiblog.wordpress.com/ueber/

DIS - Ansbach

Du bist selbst viele und suchst den Austausch unter Betroffenen, die dich und deine Lebensrealität verstehen und sich gegenseitig unterstützen? Dann bist du bei uns genau richtig! Als Selbsthilfreguppe kommen wir einmal im Monat zusammen. Wir sprechen über Schwierigkeiten im Alltag und erschließen gemeinsam positive Ressourcen, als Gegenpol zu allem Belastenden. Lachen und positive Aktivitäten sollen dabei nicht zu kurz kommen.

https://kiss-mfr.de/neue-selbsthilfegruppen/#suche_ansbach

Komplexe PTBS - München

Menschen, die langanhaltende o. wiederholte schwere Traumatisierungen, durch andere Menschen, erlebt haben und noch heute mit den Folgen kämpfen.
Eingrenzung des Begriffs 'Trauma' :
massive Gewalt, Vergewaltigung, andere Straftaten durch Menschen,
außergewöhnlich schwere psychische Gewalt, die mit einer 'objektiven' übermäßigen Bedrohung einherging, wie Stalking, Denunziation, Morddrohungen etc.

https://www.shz-muenchen.de/gruppeninitiativen/anfrage/?tx_powermail_pi1[gruppeinitiative]=Komplexe PTBS - Traumafolgestörung

DIS - Osnabrück

Die Selbsthilfegruppe ist für Menschen mit Dissoziativer Identitätsstörung bzw. -struktur (Multiple Persönlichkeit). Sie wird von einer Sozialpädagogin und einer Ergotherapeutin angeleitet. Im Folgenden ist alles Wichtige zur Gruppe in den einzelnen Unterpunkten zusammengefasst.

https://dis-selbsthilfegruppe-os.jimdofree.com/

DIS - Wien

In ganz Österreich gibt es kein einziges spezifisches Angebot in der Gruppe für Menschen mit DIS/DDNOS, weder ambulant, noch stationär. Du hast vielleicht seit längerem gute DIS-Kontakte im Internet, aber im echten Leben fehlen Dir solche Kontakte völlig? Dann bist Du hier richtig…

https://disshg.wordpress.com

DIS - Saarbrücken

Die Gruppe richtet sich an Frauen mit der Diagnose DIS (Dissoziative Identitässtörung), an Frauen die Opfer Ritueller Gewalt geworden sind, sowie an Überlebende die in der Kindheit/Jugend sexuell missbraucht worden sind.

https://www.selbsthilfe-saar.de/kunterbund-leben-mit-einer-dissoziativen-identitaetsstoerung/
https://ich-und-die-anderen-saarland.jimdosite.com/

DIS / kPTBS - Hannover

Dissoziierende, komplex traumatisierte Frauen.

Vorherige Kontaktaufnahme erforderlich!

https://www.kibis-hannover.de/index.php?id=991&uid=28152

DIS - Salzburg

DIS - „ICH BIN WIR“  Selbsthilfegruppe für Frauen mit dissoziativer Identitätsstörung DIS - „ICH BIN WIR“ ist eine Selbsthilfegruppe für Frauen mit dissoziativen Identitätsstörungen. Ziel ist es, sich austauschen zu können, Anlaufstellen vermittelt zu bekommen und sich an einem sicheren Ort zu treff en, zu unterhalten und da sein zu dürfen, so wie wir sind!

Aleah Novak, shg.ich.bin.wir[at]gmail.com Nach Vereinbarung

DIS - Nürnberg

DIS United Selbsthilfegruppe - Dissoziative Identitätsstrukturen Treffpunkt: Nürnberg Kontakt: Kiss Nürnberg • Fürth • Erlangen, Tel. 0911 234 94 49

DIS - Kassel

Eingeladen sind (biologische) Frauen allen Alters, mit gesicherter Diagnose der Dissoziativen Identitätsstruktur (F44.81) , die keinen aktiven Täterkontakt mehr haben. Frauen, die über eine hinreichende Stabilität verfügen,  und die in der Lage sind, selbständig und sicher zu den Treffen und danach wieder nach Hause zu kommen.
Anmeldung und Kontakt über KISS, Tel. 0561/81644-222 oder Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

http://www.selbsthilfe-kassel.de/neue%20gruppe.htm#dis

 

Partial dissociative identity disorder - pDID / Partitielle dissoziative Identitätsstörung pDIS
(Complex Dissociative Intrusion Disorder - CDID / komplexe dissoziative Intrusionsstörung - KDIS)


Die Arbeitsgruppe, rund um die dissoziativen Störungen beim ICD11, hat den Vorschlag veröffentlicht, dass das Zustandsbild der DSNNS (dissoziative Störung nicht näher spezifiziert) soll in die oben genannte Störung umbenannt werden. In TT Band I und II (2016) hat Nijenhuis die CDIS als "minor DID", also nicht voll ausgeprägte DIS bezeichnet.
Damit soll aber nicht die dissoziative Identitätsstörung abgwertet werden, sondern ein passenderes Symptombild beschrieben werden:
Das Alltags-Team (die Alltagspersönlichkeit), also der oder die dissoziativen Anteile, die für das Managen der regelmäßigen Aufgaben (Arbeit, Essen / Trinken, Schlafen, Kontakte etc.) veranwtortlich sind, ist die meiste Zeit "vorne" und wird aber von verschiedenen emotionalen disso. Anteilen intrudiert (intrudieren = eindringen / einziehen).
Heißt im Klartext: Das Alltags-Team/ANP ist permanent da, wird aber von anderen Anteilen immer wieder "gestört" im typischen Doing.
-> Anmerkung: Ich persönlich finde dies etwas irritierend, denn diese Beschreibung finden bei soweit mir allen multiplen Menschen statt. Dabei ist es irrelevant ob DSNNS / DIS / PolyDis. Sofern sich das System auf irgendeine Art organisiert hat, gibt es mMn immer ein Alltags-Team / Alltags-Anteil und andere Anteile die eben nicht permanent vorne sind. Ich hoffe dies wird noch genauer abgegrenzt.

(siehe "Die Trauma-Trinität: Ignoranz - Fragilität - Kontrolle: Enaktive Traumatherapie" von Ellert Nijenhuis 2018)

 

[unter Bearbeitung]



Dieser Begriff klingt erstmal ziemlich verwirrend und weckt viele Fragezeichen über dem Kopf auf.
Wenn man den Begriff allerdings Schritt für Schritt entwirrt ist es nicht mehr so kompliziert:
Poly = Vom Griechischen "Viele", Fragmentiert = Quasi die Abspaltungen / Teilungen / Anteile / Ich-Splitter

Der Grad der Fragmentierung eines Menschen beschreibt am besten die Polyfragmentierung die bei einer dissoziativen Identitätsstörung vorkommen kann:

Nach Ross (1989, S.80) und Braun (1988) wird die dissoziative Identitätsstörung in drei verschiedene Bereiche aufgeteilt:
• Zweifache Persönlichkeitsanteile mit weniger als 5 alternierenden Identitäten
• Komplexe dissoziative Identitätsstörung mit weniger als 20 alternierenden Identitäten
• Polyfragmentierte dissoziative Identitätsstörung ab 20 alternierenden Identitäten

Durch persönliche Erfahrung sehe ich diese Aufteilung etwas anders, denn wenn man die Mischformen miteinbezieht (und in dieser können durchaus über 20 alternierende Anteile existieren und trotzdem nicht polyfragmentiert sein im Sinne des höchsten Grades der Aufspaltung) gehe ich eher von folgender Trennung aus:

• Zweifache Persönlichkeitsanteile mit weniger als 5 alternierenden Identitäten
• Komplexe dissoziative Identitätsstörung mit weniger als 99 alternierenden Identitäten
• Polyfragmentierte dissoziative Identitätsstörung ab 100 alternierenden Identitäten

Persönlich habe ich noch kein System kennengelernt welches "nur" aus zwei Persönlichkeiten besteht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten Systeme aus 10-20 Anteilen (mehr oder weniger stark ausgeprägt) bestehen.

Polyfragmentierte Systeme habe ich bis jetzt nur mit dem Hintergrund destruktiver Kulte kennengelernt, indem meist Systeme nebeinander bestehen und immer Programmierungen eine große Rolle spielten. Dies überrascht auch nicht, denn die Suggestibilitätswerte müßen extrem hoch sein (hoch "gemacht" worden sein von Tätern) um auch die Möglichkeit des "Hidden Observer-Phänomens" zu erleben. Oftmals werden Informationen über die Aufspaltung, die Programmierung und absichtliche "Multiplizität" in sogenannten Clustern voneinander sicher abgetrennt um die Wahrnehmung, dass die Spaltung/Programmierung etc. als deutlich abgrenzbares Ich (die höhere Macht in mir) erlebt wird.

Letztlich muß man bei der Polyfragmentierung von einer pathologischen Dissoziation ausgehen.

 

©Linehme

Dunkle Personen - Dunkle Persönlichkeiten


Da dieses Thema immer wieder mit Fragezeichen besetzt ist und oftmals zu Irritationen bei Angehörigen/Betroffenen fühlt, möchte ich dieses Thema separat behandeln.

Was sind dunkle Personen?

Im Allgemeinen wir unter „dunklen Personen“ von Teilen eines multiplen Systems gesprochen, welche oftmals das System an sich auf den ersten Blick „stören“.
Wie stört man an ein System?
Grundlegend ist ein System im Sinne von Multiplizität dazu da, den Menschen beim Überleben zu unterstützen, es überhaupt am Leben zu erhalten.

Aber wie in jeder Gemeinschaft gibt es Personen welche die Gruppe auf irgendeine Art und Weise „stören“. In einer Schulklasse sind das vielleicht die Rüpel, welche andere durch patzige oder fiese Antworten ärgern, Clowns die andere oder auch den Lehrer veräppeln und ständig den Unterricht stören etc. Jedoch sind auch diese Störenfriede auf eine gewisse Art und Weise wichtig für die Klasse und den Lehrer. Manchmal halten sie das Gleichgewicht in Waage oder bringen durch ihre Art und Weise / ihre anderen Gedanken die Gemeinschaft weiter nach vorne.

Ähnlich kann man das auf die „dunklen Anteile“ in einem multiplen System übersetzen. Leider fallen sie oftmals durch folgende Punkte auf:
• Aggressive Worte (im inneren durch bösartige Sätze, im äußeren durch aggressives, unberechenbares Verhalten)
• Selbstverletzendes Verhalten / Suizidgefährdung / Selbstmordgedanken, Suizidvorbereitung (Aussagen wie „Ich bringe uns alle um“ sind nicht selten zu finden)
• Generell destruktives / systemschädigendes Verhalten
• Täterintrojekt (Verherrlichung von Täter-Taten oder Täter-Aussagen etc.)
• Konträre Weltansicht (Andere Glaubensrichtung, Hass auf Menschengruppierungen etc.)
usw.

 

Woher kommt diese Bezeichnung?

Mir persönlich ist keine „Quelle“ bekannt, die verdeutlicht, wann diese Bezeichnung das erste Mal verwendet wurde. Ich denke es wurde irgendwann versucht von Multiplen oder Ärzten die verschiedenen „Charaktere“ in Gruppen einzusortieren und zu verallgemeinern.

Von Betroffenen selbst wird diese Bezeichnung teils verwendet, teils abgelehnt oder überhaupt nicht als Gruppierung seiner Selbst wahrgenommen. Das heißt für einige ist ganz klar, dass es „dunkle Anteile“ gibt und diese sind auch bekannt und soweit klar unterscheidbar, für andere wird diese Bezeichnung als diskriminierend wahrgenommen worden und schlicht nicht verwendet oder sogar allergisch darauf reagiert.
Wiederrum weitere kennen das in der Art überhaupt nicht, haben keine solchen Teile in sich oder können mit der Beschreibung oder Kategorisierung überhaupt nichts anfangen.

Man kann also keinesfalls sagen, dass jeder multiple Mensch „dunkle Personen“ in sich trägt! Das ist wichtig zu wissen, denn Fragen von Außenstehenden wie „Na wie heißen deine Dunklen?“ können verletzen, aggressiv machen oder völlig daneben sein.

Täterintrojekt = täteridentifizierte Innenpersonen = dunkle Persönlichkeiten?

Oftmals wird in einem Satz Täterintrojekt und dunkle Personen synonym verwendet. Ich persönlich denke, dass es auch hier wieder Unterschiede und Differenzierungen gibt. Dadurch, dass es keine feste Beschreibung oder allgemein gültige Erklärung zu diesem Begriff existiert, gibt es auch keine Regelung wie ein Betroffener diese Bezeichnung für sich selbst wahrnimmt oder was für den Betroffenen stimmig ist.

Somit können wir festhalten: Ein dunkler Anteil kann täteridentifizierend sein, kann als Täterintrojekt existieren, kann programmiert sein aber umgekehrt muss dies nicht genauso sein. Alles kann nichts muss.

Ganz generell will ich aber sagen, dass dunkle Anteile oftmals täternah agieren und dies verallgemeinert so auch wahrgenommen wird (von Angehörigen wie von Betroffenen).

 

Wie erleben Betroffene diese Teile ihrer Selbst?

Viele beschreiben diese Persönlichkeitsanteile als sehr aggressiv, negativ, gewalttätig oder sogar auch sadistisch. Oftmals wird berichtet von destruktivem Verhalten, dass dem System mit Absicht geschadet wird durch besonders schlimme Verletzungen am Körper der durch diese Anteile ausgeübt wird. Häufig überfordert es die Betroffenen, da auch ein „normaler Kontakt“ in Form von inneren Gesprächen meistens nicht möglich ist oder auch nicht gewünscht wird (von beiden Seiten).

Bei Betroffenen von organisierter Gewalt kann diese Gruppierung den Menschen wieder zu den Täter-kreisen führen, zurückbringen oder diese kontaktieren (dies müßen somit keine programmierten Persönlichkeitsanteile sein).

Seelische und körperliche Gewalt ist somit nicht selten, für den Großteil der Betroffenen werden sie als sehr bedrohlich wahrgenommen. Genauso gibt es aber auch Betroffene, die sich arrangiert haben, mit ihnen gemeinsam leben oder sie auf irgendeine Weise integriert haben ihn ihr Selbst.

Wie erleben Angehörige diesen "Zustand"?

Für sehr viele Angehörige sind diese Zustände sehr gruselig, beängstigend und bereiten Sorgen. Meistens werden sie auch als extreme Stimmungsschwankungen erstmals wahrgenommen. Vermeintlich „plötzlich“ verändert sich die Weltanschauung, die Sprache, Stimme oder Haltung des Gegenübers und eventuell wird der Angehörige verbal oder auch physisch angegriffen. Manchmal wird auch lediglich die Meinung mitgeteilt und das kann manchmal sehr irritierend für Außenstehende sein.

Welche Funktion haben diese Persönlichkeits-Anteile?

Gerne wird unter dem Mantel der Destruktivität vergessen, dass „dunkle Persönlichkeiten“ zum Überleben des Betroffenen maßgeblich mitverantwortlich sind. Das klingt erst mal völlig daneben, schließlich sind sie oft so destruktiv und stoßen gerne jegliche Hilfe von professioneller Seite oder sozialer Seite von sich weg.

Oftmals haben diese Teile des Selbst auch sehr positive Eigenschaften, die gerne übersehen werden:
• Unerschrockenheit
• Großen Mut
• Angstlosigkeit
• Unglaubliche Energie / Kraft (etwas zu bewirken, etwas durchzusetzen etc.)
• Möglichkeiten andere Innenanteile zu beeinflussen (kann man auch positiv nutzen!)
• Durch die andere Weltansicht auch andere Ideen und kreative Lösungen

Diese positiven Kräfte muss man nur nutzen lernen, die destruktiven Wege in eine gesunde Bahn lenken und schon hat man die Möglichkeit aus diesen vermeintlich schlechten Ansätzen große Beschützer zu konstruieren.

Natürlich ist dies so nicht immer möglich und manchmal helfen nur Sofort-Maßnahmen wie die Imagination jener Teile in einen separaten inneren Raum oder ähnliches um den Körper und das „Innen“ kurzzeitig zu schützen.

Aber welche Funktion besteht nun letztlich? Eigentlich ist es die Gleiche wie bei allen anderen Teilen des Selbst: Überlebensmechanismus. Die Abspaltung von täteridentifizierenden Gefühlen / Taten etc. und der damit verbundenen Erinnerung hat genauso seinen Sinn als kreative Überlebensmöglichkeit wie bei allen anderen Anteilen.

 

Wie geht man als Betroffener mit solchen Teilen um?

Wie bereits beschrieben erleben viele Multiple diese Anteile als bedrohlich, beängstigend und würden sie gerne früher als später irgendwie loswerden. Zumindest ist das die Erfahrung die ich gesammelt habe.

Ganz generell empfehle ich Betroffenen die Kommunikation zu verbessern oder überhaupt aufzubauen, denn wenn erst mal klar ist, dass ein solcher „Störenfried“ da ist und das beobachtet wird (und man selbst das nicht möchte, was der Teil tut oder sagt), ist die Not meistens besonders groß.

Eine gute Möglichkeit um die Kommunikation zu beginnen kann in der ambulanten Therapie erfolgen, denn Therapeuten kennen meistens viele Möglichkeiten um eine innere Kommunikation zu beginnen oder zu stärken.
Manchmal ist aber selbst das nicht möglich, weil eine innere Kommunikation nicht funktioniert wie es im Buche steht oder sich alles in einem weigert so eine Möglichkeit aufzugreifen. Dann bleibt meistens nicht viel, als versuchen andere Kommunikationswege zu verwenden, Briefe zu schreiben, auf den Teil beruhigend einreden oder versuchen rauszufinden woher der Teil kommt und was er „will“ oder welche „Aufgabe“ er hatte und heute hat.

Was meistens nicht viel hilft ist die totale Ablehnung, das verstärkt das Verhalten meistens. Ich denke ein guter Weg sind erst mal immer Kompromisse oder auch ganz zu Beginn die radikale Akzeptanz. Auch sollte eine Möglichkeit gegeben werden, dass dieser Teil sich ausdrücken kann irgendwie, durch Malen, Basteln, altes Geschirr kaputt machen, lautes Schreien und so weiter. Das wichtigste ist: Darüber reden, sprechen und ausdrücken! Man sollte solche Teile – so schambesetzt sie manchmal sind – nicht ignorieren und für sich behalten.


 

© Linehme

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Das Thema Anzeichen für eine dissoziative Identitätsstörung ist mit absoluter Vorsicht zu betrachten. Viele Symptome können von anderen Erkrankungen herkommen und müssen nicht unbedingt auf eine DIS schließen. Trotzdem möchte ich die "typischen" Anzeichen für eine derartige Störung beschreiben. Zum Thema Schizophrenie geht es hier entlang.

- Das Hören von inneren Stimmen IM Kopf wie Kinderstimmen

- Mitbekommen von inneren Dialogen, Streitgesprächen, Diskussionen IM Kopf

- Roboterartiges Handeln, das Gefühl, dass man nicht selber agiert und somit ein teildissoziiertes Verhalten erlebt

- Gedanken die sich völlig fremd anfühlen, als wären sie von einem fremden Menschen IN einem selber, somit teildissoziierte Gedanken

- Das Gefühl, dass man nicht selber spricht, zwar weiß, das kommt aus dem eigenen Mund, aber es wirkt falsch, nicht zu einem gehörig, ergo teildissoziiertes Sprechen/Reden

- Die Wahrnehmung von stark herabsetzenden inneren Stimmen, die einen bedrohen oder jegliches Handeln negativ kommentieren

- Abgespaltene Fähigkeiten wie "plötzlich nicht mehr Autofahren/Klavier spielen/Fahrrad fahren/zeichnen können", aber zu anderen Zeitpunkten das völlig normal abrufen können

- Aussagen vom Umfeld, die Gespräche an die man sich nicht erinnert oder falsch erinnert, völlig verändert -wie ein anderer Mensch sein, viele Gesichter haben etc.

- Sich plötzlich wie eine andere Person fühlen, mit einer anderen Lebenseinstellung, eigenen Erinnerungen oder Amnesien zwischen solchen "Zuständen"

- Sich sehr unsicher fühlen im eigenen Ich-Gefühl, was sich auf "ichfremder" Erlebnisse  (wie teils oben beschrieben) begründet

- Wiederholte Amnesien über sich selbst, seine Erinnerung, seine Vergangenheit, "angeblich erlebter Ereignisse", Dinge die man "angeblich" gekauft hat, sich nicht daran erinnert

- Auffinden von fremden Gegenständen, die aber nicht von fremden Menschen in den Besitz übergegangen sind, wie Zettel, Klamotten, Gegenstände, Essen etc.

- Auffinden von fremden Schriften, die aber zu 100 % nur von einem selbst kommen können wie in einem privatem Tagebuch, Unterschrift mit anderen Namen etc.

- Selbstverletzungen oder Suizidversuche zu denen man völlig amnestisch ist