Es war einmal ein kleiner bunter Regenwurm ...der hieß Gwendolin und war der schnellste und bunteste Regenwurm, der jemals gesehen wurde. Eines Morgens erwachte Gwendolin und fühlte sich seltsam, irgendwas war anders. Er guckte ganz erstaunt an sich runter, und sah wie sich seine Farben veränderten.
Gwen hatte keine festen Farben mehr, sondern sie blinkten regelrecht und begannen Licht zu spenden, was ihn (ist Gwen ein er?) die Augen zukneifen ließ. Wenn Gwendolin sich über den Boden rollte, gab es ein Bunten Farben Spektakel, was auch weit entfernt noch zu sehen war.

Weil das Licht so blendete, setzte Gwen sich eine kleine Sonnenbrille auf seine ganz winzige Nase, was sehr sehr angenehm für die Augen war und rollte sich weiter in bunten Lichtwirbeln auf dem Gras.
Wie er sich so auf dem Gras rollte und dabei ganz glücklich seine Farben versprühte, stieß er plötzlich auf eine kleine weiße Schnecke.

Die kleine weiße Schnecke schaut ihn an und fragte voller staunen: Oh wie hübsch - kannst du mir das auch beibringen? Mhm, meinte Gwen- ich habe leider keine Ahnung, wie ich das mache mit dem Licht, liebe Schnecke.
"Das ist schade, ich bin nur ganz weiß und würde mir so wünschen auch so viele Farben zu haben wie du lieber Regenwurm, darf ich dich ein wenig begleiten?" sagte die kleine Schnecke

na klar, spring einfach auf meinen Rücken, dann machen wir eine gemeinsame Lichttour! Die kleine Schnecke konnte ganz einfach auf Gwen klettern, sich auf ihm zu halten war schon schwieriger.

Aber Gwen war wirklich geschickt und zeigt der Schnecke, wie sie sich ganz einfach auf seiner glatten Haut festkleben konnte. "Also los geht’s... ähm wo wollen wir eigentlich hin?" fragte die kleine Schnecke, die mittlerweile sich gut auf der buntleuchtenden Haut festkleben konnte. „Mh, das ist eine gute Frage, ein Ziel zu haben ist ja irgendwie wichtig“, antwortete Gwen nachdenklich.

"Dann lass uns so lange vorangehen bis es Nacht ist, dann kann ich deine tollen Farben noch besser sehen" und die kleine Schnecke richtete ihre kleine Brille wieder auf die Nase, die Gwen zuvor gar nicht aufgefallen war. "Die Idee gefällt mir." sagte Gwen. "Vieleicht ist uns bis dahin auch was eingefallen wo wir genau hinwollen." So krochen sie emsig über Blätter, Äste, Gräser und Moos.

Plötzlich erblickten sie in der Ferne einen verdorrten und fast abgestorbenen Baumstumpf. Wir wollen zum Meer liebe Schnecke, sagte Gwen. Aber ist das Meer nicht viel zu weit weg? Und bin ich nicht für diesen langen Weg viel zu schwer für dich? fragt die Schnecke. Ich weiß nicht ob ich mich traue so weit von zu Hause weg. Ängstlich kroch die Schnecke in Ihr Haus. "Aber aber kleine Schnecke, du hast dein Haus doch immer dabei" Dabei stieß Gwen das Schneckenhaus ganz sanft an, es war kaum zu spüren.

Denn schließlich wollte Gwen die kleine Schnecke nicht erschrecken. Das hörte und spürte die kleine Schnecke und hielt einen Moment die Luft an...und sie sagte- das stimmt ja- das hatte ich wirklich ganz vergessen...ich kann mich ja immer in mein kleines Schutzhaus zurückziehen, wenn mir die Reise zu bunt wird...und dann gab sie ihr Einverständnis und die Reise ging los.

Es war wirklich eine lange Reise, aber die Zeit verging wie im Flug, weil die beiden so viel zu entdecken hatten. Als erstes kamen sie an einer wunderschönen bunten Blume vorbei, die herrlich duftete. "Oh, du bist aber eine schöne bunte Blume!" sagte Gwen ganz aufgeregt, -"Huch, jetzt habe ich mich aber erschreckt, seit wann können Regenwürmer denn sprechen?" sprach die Blume in einem ruhigen Ton zu Gwen gewandt.

Regenwürmer können immer sprechen- nur nicht jeder kann sie immer verstehen, sagte Gwen zu der etwas verwirrten Blume, die vor lauter Schreck plötzlich ganz weiß geworden war. Gwen legte sich sachte um den Stiel der Blume herum und während Gwen dies tat - bekam die verwirrte Blume wieder Bunte Farben in die Blütenblätter.

Oh...danke lieber Regenwurm, sagte die Blume, Du bist ja ein richtiger Heil-Wurm... und dann verabschiedeten sich alle voneinander und die Reise von Gwen und der kleinen Schnecke ging weiter. "Du Gwen, kannst du mich mal runter lassen, mich kitzelt es die ganze Zeit schon so eigenartig“, Gwen legte sich ruhig auf den Boden und die kleine Schnecke rutschte vom Rücken.
"Guck mal Gwen... das gibt es doch nicht! Da unten ist ein roter, leuchtender Streifen!" Die Schnecke schaute aufgeregt an sich herunter. Plumps- und schon landete sie sicher auf dem weichen Gras und beide bestaunten den roten Streifen.

... noch mehr staunten sie, als der rote Streifen zu sprechen begann und ganz traurig sagte: "ich bin das Rot in einem Regenbogen, der vom Himmel gefallen ist, könnt ihr mir helfen, meine anderen Farben wieder zu finden?" "Na klar!", antworteten sie wie aus einem Mund. "Was ist denk passiert?", fragte Gwen.
Ich bin einfach aus dem Regenbogen herausgerutscht und nun vermisse ich ganz doll meine Freunde, die anderen lieben Farben aus unserer schönen Regenbogenfamilie.

"... hm“, machte Gwendolin und fing mit vor eifrigem Nachdenken gerunzelter Stirn an, hin und her und hin und her zu kriechen. Und dann passierte es ganz von selbst- seine Haut begann zu leuchten und schickte so etwas wie Farb-Morsezeichen in die Luft - und wie auch immer- plötzlich standen alle drei unter einem Regenbogen, dem die rote Farbe fehlte und der rote Streifen rief ganz aufgeregt: Hier bin ich! Hier bin ich! Alles um den Streifen, Gwen und die Schnecke, die schon wieder ein bisschen verblasst war vor Schreck, wurde in tiefes und doch leuchtendes Rot gehüllt, genauso wie der Wald (sind sie im Wald?) um sie herum, während der rote Streifen aufgeregt in den Himmel aufstieg und dort von bunten Regenbogenstreifen empfangen wurde.

Das war eine Freude im Regenbogen und er versprühte glitzernde Farbsterne über den ganzen Himmel..."Wunderschön" sagten Gwen und die Schnecke wie aus einem Mund und dann war de Regenbogen auch schon verschwunden und die beiden Wanderer setzen ihre Reise fort. Sie krochen so dahin, und Gwen wollte gerade sagen, dass es ja ohne die Regenbogenfarben ganz schön dunkel geworden war, als sie direkt über sich ein leises Knistern hörten.

Da purzelte auf einmal ein kleiner Stern vom Himmel... er kullerte über den Boden und blieb in der Erde Stecken. Ooooh, staunten die beiden Wanderer- ein echter Stern, direkt auf unserem Weg- was mag das wohl bedeuten fragten Gwen und die Schnecke wie aus einem Mund. Langsam näherten sie sich dem geheimnisvoll glitzernden Himmelsbewohner.

"Ähm äh hallo! Ich hoffe ich habe euch nicht erschreckt, ich bin vom Himmel gefallen, irgendwie bin ich einfach eingeschlafen und nun, ja nun bin ich da..." sagte der kleine Stern zu Gwen und der Schnecke.
"könnt ihr mir aus der Erde heraushelfen? ich find es ganz komisch so eingeengt zu sein"

Na klar, da machen wir gern und schon schoben, drückten und ruckelten die beiden, bis es "Plopp" machte und der Stern hellleuchtend aus der Erde heraussprang.
Er strahlte über alle Zacken, doch plötzlich sah er zum Himmel empor und fragte leise: aber wie komme ich denn nun wieder nach Hause? Ich kann doch gar nicht fliegen.

Gwen sah den Stern strahlend an. Da kann ich dir helfen, ich kenne ein paar Elfen, die dir eine Leiter in den Himmel bauen können.
Komm, setz dich einfach auf meinen Rücken, lieber Stern- ich bringe DIch zu den Elfen- die wohnen in einem kleinen Wald, ganz nah am Meer, wo wie ja sowieso hin wollten- und so machten sich die drei Reisenden weiter auf die Reise... bis die Schnecke schließlich sagte: „Du kannst auf meinem Häuschen Platz nehmen und dich an meinen Fühlern festhalten“ und der Stern kletterte erfreut hinauf und leuchtete ihnen den Weg.
So erreichte die kleine Reisegesellschaft die Elfen, der kleine Stern kletterte ganz leicht die wunderbare Elfenleiter zum Himmel empor, um von dort aus wieder freudig und hell vom Himmel herunter zu leuchten und er blinkte noch schnell besonders hell seinen Freunden auf der Erde zu, die sich alle sehr freuten- Gwen und die Schnecke machten sich danach auf zum Meer, denn das war ja ihr Ziel und das Schöne war, dass es gar nicht mehr weit war.
Da der kleine Stern gehört hatte, wo hin die Gwen und die kleine Schnecke unterwegs waren, hat er schnell seinen anderen Sternen Freunden Bescheid gesagt.
Gemeinsam zeigen sie jetzt als helle Sterne Gwen und der kleinen Schnecke die ungefähre Richtung zu ihrem Ziel Ort. Ach, wie schön die Sterne für uns leuchten, flüsterte die Schnecke Gwen ins Ohr und Gwen lachte, weil das Flüstern in ihrem Ohr kitzelte. Beide waren sich einig, dass es einfach wunderbar ist, Freunde zu haben und dann winkten sie mit freudigen Herzen ihren Sternenfreunden zu.

Die Sternenfreunde im Himmel Blinkten alle einmal der Reihe nach zurück, zum einen um sich zu bedanken und um ihnen zusagen - Und es wurde auch Zeit, denn langsam verblassten bereits die ersten Sterne und der Sonnenaufgang kündigte sich an. Schnell, schnell, sagte die Schnecke, wenn wir uns beeilen sehen wir vielleicht die Sonne, wie sie aus dem Meer emporsteigt und da schoss Gwen wie ein kleiner Blitz über den Erdboden und die Schnecke glaubte bereits die Wellen rauschen zu hören und dass es an der Zeit ist weiter zu ziehen.
Gerade als sie den Strand erreichten, sahen sie die Sonne tatsächlich glutrot aus dem Wasser empor kommen und sie ließen sich in den weichen Sand plumpsen, dort sahen sie zu, wie die Sonne höher und höher stieg und das Licht tanzte vor ihren Augen, die ihnen jetzt zufielen, die ganze Anstrengung der langen Reise und die schönen Eindrücke machten sie schläfrig und sie schliefen dem Gesang der leichten Wellen lauschend, friedlich und glücklich ein, in dem Wissen, dass die Sterne und die Regenbögen gut auf sie achtgaben, denn sie waren jetzt Freunde geworden - und Freunde passten aufeinander auf.