Erstmal möchte ich differenzieren:
Oftmals wird in öffentlichen Beiträgen zu diesem Thema unterschieden zwischen terroristischer, ritueller, organisierte Kriminalität. Ich möchte mich in diesem Beitrag vor allem auf den Konsens zwischen multiplen Menschen und dem speziellen Hintergrund organisierter Gewalt richten. Dementsprechend handelt der folgende Bericht ausschließlich von multiplen Menschen mit Orga-Hintergrund.
 
Was fällt alles unter "organisierte Gewalt"?
Organisierte Gewalt ist in meinem Verständnis und der Erfahrung die ich mit Betroffenen gemacht habe ein passender Sammelbegriff für Gräueltaten von Gruppierungen, welche -unter anderem- das Ziel haben durch gezielte Gewalteinwirkung (physisch und psychisch) Menschen auf irgendeine Art und Weise gefügig zu machen um letztlich gewinnbringende Resultate zu fokussieren.

Im Klartext müssen somit folgende Begriffe angebracht werden, die zur organisierten Gewalt gehören:
- Organisierte Kriminalität (Drogenhandel, Kinderpornographie, Menschenhandel, Zwangsprostitution)
- Rituelle / ideologisch motivierte Gewalt (Kultische, magische, religiöse, schwer missbräuchliche Einwirkungen)
- Familiär-/Clan-artige gruppierungsunabhängige Gewalt (hier fallen alle weiteren Gruppenstrukturen rein)

Dies sind keine abgetrennten Bereiche, denn teils bedingen sie sich untereinander um effektiv an Macht und vor allem Geld zu kommen.

Der Konsens ist immer der Gleiche: Menschen sind Ware, die äußerst lukrativ verkauft werden kann. Ob als Bote, Täter, Schmuggler, Körper-Ware.
 
Was genau ist "rituelle Gewalt"?
Es existieren genügend ausführliche Bücher & mediale Berichte zum Thema rituelle Gewalt, daher beschränke ich mich auf das Wesentliche.
"Rituelle Gewalt" ist immer auch "organisierte Gewalt", da durch ein hochorganisiertes Spektrum an Menschen, in allen Positionen, sich um die systematische Verwendung von der Ware "Mensch" -durch schwere psychische, körperliche und sexuelle Gewalt- zu einem lukrativem Geschäft äußert.
Im Klartext wird durch frühkindliche -oft ab Geburt- systematisch und generationenübergreifend die Ideologie (der rituellen Gruppierung) durch Abrichtung des Menschen Funktionalität und absoluter Gehorsam eingeimpft. Dies wird durch die Ideologie eines Kultes (satanisch, christlich bspw.), Programmierung / Konditionierung und der Erschaffung eines Parallelsystems sichergestellt. Die bewusste und explizite Erzeugung einer dissoziativen Identitätsstörung (siehe auch Polyfragmentierung) durch Organisationen ist meiner Erfahrung nach gesondert abzutrennen von der nicht expliziten Erzeugung durch Täter bei einer externe Entstehung gegebenen dissoziativen Identitätsstörung. 
Die bewusste und explizite Erzeugung einer dissoziativen Identitätsstörung (siehe auch Polyfragmentierung) durch Organisationen ist meiner Erfahrung nach gesondert von der nicht expliziten Erzeugung der DIS zu betrachten. Dies bedeutet, dass derartige Gruppierungen den Schutzmechanismus gezielt verwenden um einen Menschen zu spalten. Dies ist aber nicht bei jedem multiplen Menschen der Fall.

Zusätzlich zu dieser Art Gruppierung wird jede Handlung in eine Ideologie und ein Glaubenssystem gepackt.

Man stelle sich eine von der Außenwelt abgetrennte Kommune (eine abgeschottete Gemeindeebene) vor, die nicht nach dem Grundgesetz "lebt“, sondern ihre eigenen Regeln, Gebote und Richter erschaffen hat und jedem Mitglied der Kommune sind diese Regeln klar und trägt sie auch bewusst an die Familie und das Umfeld weiter. Ziel der Kommune ist, durch die Besetzung bestimmter Positionen innerhalb der Organisation, möglichst effektiv an Geld, Macht und Auslebung der sadistischen Züge zu kommen. Eine solche Struktur benötigt ein klares Positions-System: Genügend Programmierer / Täter, welche den Nachwuchs in die zugewiesenen Positionen abrichten (Täterposition, verschiedene Rang-Positionen die bspw. die Gesetze festlegen) Nachwuchsposition (um genügend Körper-Ware zu verkaufen / Kinderpornografie bspw.), Decker-Positionen (um die Kommune nach außen abzugrenzen), Kuriere (um Abtrünnige der Kommune weiter zu kontrollieren) und so weiter und sofort. Nun ist diese Kommune aber nicht in einem abgetrennten Dorf zu finden oder auf einer einzelnen Insel, sondern unter "uns". Das bedeutet viel Aufwand, viel Geld und präzise Kontrolle der Mitglieder.
 
Warum wird die dissoziative Identitätsstörung häufig mit rituellem Missbrauch in Zusammenhang gebracht?

Durch die systematische Abrichtung von Menschen, um eine absolute Kontrolle auszuüben, wird insbesondere von rituellen Gruppierungen ein gezieltes Abspalten eines meist Kindesmeist bei Kindern begangen um den heranwachsenden Menschen in das ideologische Glaubenssystem effektiv zu integrieren.

Lange Zeit konnten diese Organisationen im Untergrund bleiben und perfide wurde darauf geachtet, dass nichts der destruktiven und krankhaft verteilten Kommune nach außen dringt. Bedingt durch die Medien und besonders auch die weltweite Vernetzung durch des Internets, wurde dieses "unglaubwürdige Tabuthema"  aber Schritt für Schritt in die Öffentlichkeit gebracht. Einerseits durch Betroffene dieses "unglaubwürdige Tabuthema" in die Öffentlichkeit gebracht durch Betroffene, welche den Mut hatten und haben darüber in kleinen Teilen zu sprechen oder zu schreiben, andererseits durch Therapeuten, welche über die Gräueltaten sprechen und publizieren konnten und auch durch die Täter selbst, welche teils "unprofessionell" mit der weltweiten Vernetzung umgegangen sind, gebracht. In diesem Zuge wurden auch die Symptome der Überlebenden angesprochen, die eben nicht selten eine dissoziative Identitätsstörung mit sich tragen. Ich denke nur durch diese sehr heftigen und unerträglichen Schilderungen, konnte überhaupt die DIS in das allgemeine Verständnis der Gesellschaft angetragen werden.

Dass es viele Unterformen gibt und auch ganz unterschiedliche Wurzeln der DIS existieren und eben nicht ausschließlich organisierte Gewalt im Hintergrund steht, wird noch zu wenig beachtet. Das Spektrum ist imens, auch wenn der Ursprung des multiplen Menschen immer grundlegend ähnlich ist: Das kreative Kind, welches als Schutzmechanismus dissoziieren kann (dies können nicht alle Menschen, es ist nicht allen auf die Art gegeben, daher das kreative Kind), nützt unbewusst die Abspaltung inausweglosen Fight-Flight-Freeze (Angreifen, Fliehen oder Verharren) Situationen um zu überleben. Wird dies zum Dauerzustand, entwickeln sich eigenständige Prozesse, die zu einer DIS führen können.

 
Anzeichen für Außenstehende um organisierte Gewalt zu erkennen

Ich denke grundlegend ist es äußerst schwierig das tatsächliche Ausmaß zu erkennen. Manchmal haben Menschen im Umfeld des Betroffenen eine Ahnung oder eine Idee. Oftmals aber sind die Betroffenen derart in dem Konstrukt implementiert, dass nichts nach außen dringt. Meistens können die Betroffenen gar nicht über eventuelle "Schwierigkeiten" reden oder wissen durch gezielte Dissoziation und der Amnesie der Amnesie nicht mal wirklich was und ob etwas passiert ist.

Grundlegend würde ich immer professionelle Stellen kontaktieren, die einem gute Tipps geben können, denn alleine kann man nur auf ein Mienenfeld laufen und die Auswirkungen bei Betätigung einer "Miene" sind nicht abzusehen (und können katastrophal enden).
Sofern die Vermutung besteht und der Betroffene nicht von sich aus darüber spricht, empfehle ich kryptisch vorzugehen um eine Ahnung zu erhalten, ob in der Richtung etwas stattfindet.
Je abstrakter die Wortwahl ist, desto einfacher fällt es dem Betroffenen ggf. darauf zu antworten, denn oftmals sind Worte, Sätze und Inhalte derartig konditioniert oder programmiert, dass keine Ehrlichkeit stattfinden kann.

Für Beispiele würde ich lieber ein schriftliches Gespräch vorschlagen (Chat/Mail an mich).
 
Ausstieg aus der organisierten Gewalt
Vorab muss ich sagen, dass dies ein für mich recht frustrierendes Kapitel ist. Es fällt mir schwer über den Ausstieg einer derartigen Gruppierung (ritueller Missbrauch etc.) zu sprechen, da mir persönlich (noch!) kein Betroffener bekannt ist, wo man wirklich von einem Ausstieg, wie ich ihn verstehe, sprechen kann.
Damit möchte ich keine Hoffnung nehmen, nur meine Erfahrung ist bis jetzt frustrierend.

Grundlegend um vom gleichen Ausstieg zu sprechen, muss erstmal definiert werden was genau ein Ausstieg aus einer destruktiven Kommune bedeutet:

Sofern wir von einer gut vernetzten Organisation sprechen (dies muss nicht unbedingt weltweit agierend sein, aber die Kommune ist abgeschottet und hochorganisiert), würde ein Ausstieg aus diesem bedeuten, dass der betroffene Mensch
- aus dem Umfeld der destruktiven Gruppierung geschafft hat auszubrechen, örtlich, wie auch menschlich bedingt
- der direkte und der indirekte Kontakt abgebrochen ist und nicht wieder aufgenommen wird oder werden kann
- innerlich und emotional aus der Ideologie und dem Wertesystem, ausgestiegen ist

Die Problematik beim Ausstieg sind nicht nur die Umfelds-Bedingungen, also ein stupides Herausnehmen und woanders hinsetzen funktioniert nicht, sondern besonders auch der innere Ausstieg. Viele Betroffene wurden selbst zu Gräultaten angewiesen, mussten selbst strafrechtliche Taten begehen oder sogar selbst andere höflich formuliert "ausbilden". Diese gesetzten Strukturen sind nicht so einfach zu durchbrechen und benötigen viele Jahre der Unterstützung (therapeutisch, professionell), wenn nicht sogar eine lebenslange Begleitung. Die Organisationen möchten natürlich nicht, dass ihre mühsam erzogenen "Schäfchen" ausbrechen und eventuell internes Wissen weitergeben können und setzen somit viel Aufwand daran, die Schäfchen ruhig zu halten. Auch Jahre nach einem vermeintlichen Ausstieg, können immernoch noch Botschaften zu den Aussteigern gesendet werden, ob über Zeitungen, Codes, "zufällige Begegnungen", da ist vieles denkbar. Manche Programmierungen werden erst zu einem bestimmten Datum gestartet oder auch ein Parallelleben aktiviert.

Ein Ausstieg aus nicht derartig gut vernetzten Organisationen gestaltet sich meistens etwas positiver (ich möchte hier nicht sagen, dass dies einfacher wäre), auch wenn jegliche Art eines Bruchs mit der "Kommune" komplizierte Folgen hat und haben kann.
 
Abschließend ist zu sagen, dass gut organisierte Gruppen innerhalb der organisierten Gewalt oftmals unglaubliche Möglichkeiten haben, da von Richtern, Polizisten, Kinderbetreuern, staatlichen Behörden, alle mit involviert sein können. Es hilft nicht die Augen davor zu verschließen und ungläubig zu ignorieren, streng nach dem Motto
"Was nicht sein darf - KANN nicht sein".

Die Gesellschaft braucht wache Augen, unterstützende Menschen, die sich positiv umeinander kümmern und Verantwortung übernehmen. Wegsehen bedeutet Mittäter sein, ignorieren bedeutet den Missbrauch gewähren zu lassen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten Betroffenen Unterstützung zu geben und sei es nur ein offenes Ohr oder eine verlässliche warme Mahlzeit.
Anregungen / Gedanken / Ideen? Bitte nehmt Kontakt mit mir auf, gerne korrigiere ich etwas, wenn es schief geschrieben ist, denn mir ist bewusst, was für ein sensibles Thema das ist.
Linehme