"Artifizielle" dissoziative Identitätsstörung // Pseudo - dissoziative Identitätsstörung

 

Vorwort

Betroffene von Traumafolgestörungen, Begleiter und Unterstützer oder Psychotherapeuten und Klinikpersonal sehen sich mit Symptomen wie Dissoziation, Wechselhaftigkeit, unterschiedlichsten emotionalen Zuständen und begleitender Symptomatik konfrontiert.
Aus unterschiedlichsten Gründen, kann eine dissoziative Identitätsstörung falsch diagnostiziert werden oder man kann sich selbst damit bewusst oder unbewusst identifizieren. Bei körperlichen Diagnosen, ist als Betroffener es ggf. einfacher mit einem Diagnosewechsel / einer Diagnosekorrektur umgehen als bei einer psychischen Diagnose.

Viele Menschen mit Mono- oder Polytrauma in der Lebensgeschichte versuchen sich zu orientieren, Zusammenhänge zu bilden und Schritte zum individuellen "Heil-werden" zu gehen.
Trauma-Überlebende kämpfen mit vielseitigen individuellen Symptomen, die manchmal schwer zuzuordnen oder in Zusammenhang zu bringen sind. Die Suche nach Antworten für das eigene Erleben, Zugehörigkeit und Verbundenheit ist verständlich.

Manchmal klingt es so einfach:
"Sie müssen ihre Anteile kennenlernen!" ~ sagt ein Therapeut

Und als Betroffene(r) denkt man sich: Schöne Idee, aber wie?

Sicherlich kann man den Weg gut mit dem Therapeuten zusammen erarbeiten, manchmal ist dies aber aus [Gründen] nicht möglich, daher mag ich zum Schluss eine kleine Interview-Liste vorstellen.

(Partielle) Dissoziative Identitätsstörung & Tinnitus / Ohrgeräusche

Das Thema Ohrgeräusche und Tinnitus ist an sich bereits ein großes Thema unter Menschen mit dissoziativen Strukturen, multiplen Systemen.
Auffällig ist, dass viele Betroffene mit diagnostizierter DIS immer wieder von sehr störenden Ohrgeräuschen schreiben und sich mühsam damit durch den Alltag kämpfen.
Grundlegend kennen fast alle Menschen (auch ohne Diagnose) sogenannte Ohrgeräusche.

Selbsthilfegruppen mit dem Schwerpunkt der dissoziativen Identitätsstörung / komplexe PTBS

Fehlt eine SHG im deutschsprachigen Raum? Webmasterin Linehme kontaktieren!

Ansbach - - Berlin - Bielefeld - Bremen - Braunschweig - Darmstadt - Dortmund - Hannover - Karlsruhe - Kassel - Krefeld - Münster - Nürnberg - Osnabrück - Saarbrücken - Salzburg - Wien

 

EgoStates-Gruppe - Braunschweig (Niedersachsen)
In dieser Gruppe können Frauen im Austausch mit anderen Frauen z.B. :

  • ihre Ego–States kennenlernen
  • den Austausch und die Zusammenarbeit mit den eigenen Ego–States entwickeln
  • lernen, sich die Stärken und Ressourcen ihrer Ego–States nutzbar zu machen
  • Ideen für die Versorgung von kindlichen States sammeln

Die Gruppe ersetzt keine Psychotherapie, kann allerdings eine begleitende Ergänzung sein.
http://www.disunddas-gbr.de

DIS - Bremen (Bremen)

Der VIELE-Treff ist eine begleitete Selbsthilfegruppe für Menschen mit Multipler Persönlichkeit (Dissoziativer Identitätsstruktur), die sich mit anderen über das Leben als „Viele“ austauschen möchten. Den Inhalt der Treffen gestalten die TeilnehmerInnen selbst, dabei kann es z.B. um das Besprechen und Austauschen verschiedener Alltagserfahrungen gehen, um Spielen und Spaß haben und vieles mehr.

https://vielfalt-info.de/index.php/angebote/viele-treff
Flyer als PDF: SH-Flyer_2012.pdf

DIS -Karlsruhe (Baden-Württemberg)

Unsere Selbsthilfegruppe orientiert sich gezielt am Skillstraining der Dialektisch Behavioralen Therapie (DBT) und richtet sich an diejenigen, die bereits DBT Erfahrung haben oder erlernen möchten.

https://www.dbt-selbsthilfegruppe-karlsruhe.de


DIS - Bielefeld (Nordrhein-Westfalen)

Die Gruppentreffen finden im Mal- und Gestaltatelier von Ulrike Grosse statt, denn ihre Räume bieten Platz und Möglichkeiten kreativ und gestalterisch zu arbeiten. Die wöchentlichen Treffen erstrecken sich über den Zeitraum von neun Monaten und die Teilnehmerinnen haben so die Möglichkeit in einer festen und verbindlichen Gruppe zu arbeiten.

https://wildwasser-bielefeld.de

DIS - Darmstadt (Hessen)

Ein Angebot für Menschen, die sichals Viele fühlen, ein Ort für lösungsorientierten Austausch, eine Fundgrube an Informationen über Hilfenetzwerke und Beratungsstellen, einen Raum zum Mut machen und bekommen, ein sicherer Platz um gemeinsam neue Schritte ins Leben zu wagen, eine Gelegenheit sich selbst und andere besser zu verstehen und Stärken zu erkennen.

https://www.wildwasser-darmstadt.de/gruppen-2/

DIS - Dortmund (Nordrhein-Westfalen)

Aufbau einer SHG: Bist Du Betroffene*r von dissoziativen Zuständen? Vielleicht hast Du auch eine entsprechende Diagnose. Das kann z.B. sein:
DIS - Dissoziative Identitätsstörung / Multiple Persönlichkeitsstörung, Ego-State-Disorder, Dissoziative Störung, nicht näher spezifiziert (DDNOS), Komplexe traumatische Belastungsstörung (DESNOS).

https://www.selbsthilfe-dortmund.de/content/e616/e671/e2952/

DIS - Krefeld (Nordrhein-Westfalen)

Menschen mit multiplen Persönlichkeiten haben oftmals Schwierigkeiten sich im Leben zurechtzufinden. Ein Themenschwerpunkt unserer Gruppe ist deshalb die Bewältigung des Alltags mit all seinen kleinen und größeren Herausforderungen. Hier wollen wir mit- und von einander lernen.

https://dis-selbsthilfe-krefeld.de/die-selbsthilfegruppe/

DIS - Berlin (Berlin)

Wir haben mit vielerlei im letzten Jahr eine Selbsthilfegruppe aufgebaut für Menschen mit komplexem Gewalterfahrungen und einer daraus entstanden dissoziativen Symptomatik. Dabei ist es nicht unsere Absicht Einzelne auszuschließen, sondern wir wollen versuchen, für eine bestimmte Gruppe von Menschen einen sicheren Rahmen zu schaffen.

https://vielerleiblog.wordpress.com/ueber/

DIS - Ansbach (Bayern)

Du bist selbst viele und suchst den Austausch unter Betroffenen, die dich und deine Lebensrealität verstehen und sich gegenseitig unterstützen? Dann bist du bei uns genau richtig! Als Selbsthilfreguppe kommen wir einmal im Monat zusammen. Wir sprechen über Schwierigkeiten im Alltag und erschließen gemeinsam positive Ressourcen, als Gegenpol zu allem Belastenden. Lachen und positive Aktivitäten sollen dabei nicht zu kurz kommen.

https://kiss-mfr.de/neue-selbsthilfegruppen/#suche_ansbach

Komplexe PTBS - München (- gibt es nicht mehr)


DIS - Osnabrück (Niedersachsen)

Die Selbsthilfegruppe ist für Menschen mit Dissoziativer Identitätsstörung bzw. -struktur (Multiple Persönlichkeit). Sie wird von einer Sozialpädagogin und einer Ergotherapeutin angeleitet. Im Folgenden ist alles Wichtige zur Gruppe in den einzelnen Unterpunkten zusammengefasst.

https://dis-selbsthilfegruppe-os.jimdofree.com/

DIS - Wien (Österreich)

In ganz Österreich gibt es kein einziges spezifisches Angebot in der Gruppe für Menschen mit DIS/DDNOS, weder ambulant, noch stationär. Du hast vielleicht seit längerem gute DIS-Kontakte im Internet, aber im echten Leben fehlen Dir solche Kontakte völlig? Dann bist Du hier richtig…

https://disshg.wordpress.com

DIS - Saarbrücken (Saarland)

Die Gruppe richtet sich an Frauen mit der Diagnose DIS (Dissoziative Identitässtörung), an Frauen die Opfer Ritueller Gewalt geworden sind, sowie an Überlebende die in der Kindheit/Jugend sexuell missbraucht worden sind.

https://www.selbsthilfe-saar.de/kunterbund-leben-mit-einer-dissoziativen-identitaetsstoerung/
https://ich-und-die-anderen-saarland.jimdosite.com/

DIS / kPTBS - Hannover (Niedersachsen)

Dissoziierende, komplex traumatisierte Frauen.

Vorherige Kontaktaufnahme erforderlich!

https://www.kibis-hannover.de/index.php?id=991&uid=28152

DIS - Salzburg (Österreich)

DIS - „ICH BIN WIR“ Selbsthilfegruppe für Frauen mit dissoziativer Identitätsstörung DIS - „ICH BIN WIR“ ist eine Selbsthilfegruppe für Frauen mit dissoziativen Identitätsstörungen. Ziel ist es, sich austauschen zu können, Anlaufstellen vermittelt zu bekommen und sich an einem sicheren Ort zu treff en, zu unterhalten und da sein zu dürfen, so wie wir sind!

Aleah Novak, shg.ich.bin.wir[at]gmail.com Nach Vereinbarung

DIS - Münster (Nordrhein-Westfalen)

Aktuell sind mir noch keine näheren Details bekannt. Wer Link(s) oder die Rahmenbedingungen kennt, bitte an mich senden: Webmasterin Linehme

DIS - Nürnberg (Bayern)

DIS United Selbsthilfegruppe - Dissoziative Identitätsstrukturen Treffpunkt: Nürnberg Kontakt: Kiss Nürnberg • Fürth • Erlangen, Tel. 0911 234 94 49

Begleitete Selbsthilfe - Selbststärkungsgruppe

"Willkommen zur Selbsthilfegruppe für Menschen, die sich mit Traumafolgen im Leben zu Recht finden wollen und einen Raum zum Austausch und zum Gutgehen lassen suchen."

Ort: Kiss Nürnberg, Fürth, Erlangen; Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen, Am Plärrer 15, 90443 Nürnberg, Raum 1 oder am Valzner Weiher solange keine Treffen in Räumen möglich sind.
Zeit: 17:00 – 18:30 Uhr
Kostenbeitrag: Je 2 € für den Raumausgleich

PDF-Flyer / TraumaHilfeZentrum Nürnberg e.V.

DIS - Kassel (Hessen)

Eingeladen sind (biologische) Frauen allen Alters, mit gesicherter Diagnose der Dissoziativen Identitätsstruktur (F44.81) , die keinen aktiven Täterkontakt mehr haben. Frauen, die über eine hinreichende Stabilität verfügen, und die in der Lage sind, selbständig und sicher zu den Treffen und danach wieder nach Hause zu kommen.
Anmeldung und Kontakt über KISS, Tel. 0561/81644-222 oder Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

http://www.selbsthilfe-kassel.de/neue%20gruppe.htm#dis

 



Dieser Begriff klingt erstmal ziemlich verwirrend und weckt viele Fragezeichen über dem Kopf auf.
Wenn man den Begriff allerdings Schritt für Schritt entwirrt ist es nicht mehr so kompliziert:
Poly = Vom Griechischen "Viele", Fragmentiert = Quasi die Abspaltungen / Teilungen / Anteile / Ich-Splitter

Der Grad der Fragmentierung eines Menschen beschreibt am besten die Polyfragmentierung die bei einer dissoziativen Identitätsstörung vorkommen kann:

Nach Ross (1989, S.80) und Braun (1988) wird die dissoziative Identitätsstörung in drei verschiedene Bereiche aufgeteilt:
• Zweifache Persönlichkeitsanteile mit weniger als 5 alternierenden Identitäten
• Komplexe dissoziative Identitätsstörung mit weniger als 20 alternierenden Identitäten
• Polyfragmentierte dissoziative Identitätsstörung ab 20 alternierenden Identitäten

Durch persönliche Erfahrung sehe ich diese Aufteilung etwas anders, denn wenn man die Mischformen miteinbezieht (und in dieser können durchaus über 20 alternierende Anteile existieren und trotzdem nicht polyfragmentiert sein im Sinne des höchsten Grades der Aufspaltung) gehe ich eher von folgender Trennung aus:

• Zweifache Persönlichkeitsanteile mit weniger als 5 alternierenden Identitäten
• Komplexe dissoziative Identitätsstörung mit weniger als 99 alternierenden Identitäten
• Polyfragmentierte dissoziative Identitätsstörung ab 100 alternierenden Identitäten

Persönlich habe ich noch kein System kennengelernt welches "nur" aus zwei Persönlichkeiten besteht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten Systeme aus 10-20 Anteilen (mehr oder weniger stark ausgeprägt) bestehen.

Polyfragmentierte Systeme habe ich bis jetzt nur mit dem Hintergrund destruktiver Kulte kennengelernt, indem meist Systeme nebeinander bestehen und immer Programmierungen eine große Rolle spielten. Dies überrascht auch nicht, denn die Suggestibilitätswerte müßen extrem hoch sein (hoch "gemacht" worden sein von Tätern) um auch die Möglichkeit des "Hidden Observer-Phänomens" zu erleben. Oftmals werden Informationen über die Aufspaltung, die Programmierung und absichtliche "Multiplizität" in sogenannten Clustern voneinander sicher abgetrennt um die Wahrnehmung, dass die Spaltung/Programmierung etc. als deutlich abgrenzbares Ich (die höhere Macht in mir) erlebt wird.

Letztlich muß man bei der Polyfragmentierung von einer pathologischen Dissoziation ausgehen.

 

©Linehme

Das Dissoziations-Spektrum erklärt: pDIS

Partial dissociative identity disorder - pDID / Partitielle dissoziative Identitätsstörung pDIS
(Complex Dissociative Intrusion Disorder - CDID / komplexe dissoziative Intrusionsstörung - KDIS)

Die Arbeitsgruppe, rund um die dissoziativen Störungen beim ICD11, hat den Vorschlag veröffentlicht, dass das Zustandsbild der DSNNS (dissoziative Störung nicht näher spezifiziert) soll in die oben genannte Störung umbenannt werden.
In der TT [1]Band I und II (2016) hat Nijenhuis die pDIS als "minor DID", also nicht voll ausgeprägte DIS bezeichnet.

Aktuell würden die Symptome einer pDIS / sowie auch einer Ego-State-Disorder (keine eigenständige Diagnose) im ICD10 vermutlich unter F44.9 (Dissoziative Störung [Konversionsstörung], nicht näher bezeichnet)


Damit soll nicht die dissoziative Identitätsstörung abgewertet werden, sondern ein passenderes Symptombild beschrieben werden:

• Störung des Identitätsempfinden mit zwei+ Persönlichkeitsanteilen, die ein Diskontinuitäts-Empfinden im Bewusstseins des eigenen Selbst und des eigenen Handelns erleben

-> Sich "abgetrennt" erleben, gravierende Veränderung der Wahrnehmung, des Denkens, sensorisch-motorischer Funktionen zusammengepackt in Persönlichkeits-Anteilen

-> Nijenhuis & Kollegen gehen von einem "dominaten" ANP (annähernd normaler Persönlichkeitsanteil) aus, der quasi den Alltag meistert und einem oder mehreren EPs (emotionalen Persönlichkeitsanteil) aus

-> In der Realität kann man es so beschreiben:
"Ich erlebe mich im Funktionsmodus den ganzen Tag und höre Stimmen, Anteile, Persönlichkeitszustände, ich erlebe die Zustände als eigenständig agierende Anteile in mir, die durch mich hindurchwirken und sich teilweise ganz ander verhalten. Die "anderen" haben ggf. eigene Meinungen, Weltanschauungen und eigene Fähigkeiten.


• EP´s übernehmen selten bis gar nicht die Exekutive
-> Meist übernehmen EP´s die Exekutive / Kontrolle in Hochstress-Situationen

• Die dissoziativen Barrieren im Innen-Erleben sind geringer, als bei einer vollausgeprägten DIS
-> Man hat ein getrenntes Innenleben, jedoch ist das Co-Bewusstsein überwiegend vorhanden


[1] "Die Trauma-Trinität: Ignoranz - Fragilität - Kontrolle: Enaktive Traumatherapie" von Ellert Nijenhuis 2018

 

[unter Bearbeitung]

DGTD-Tagung 2021

vom Fr, 7. Mai 2021 bis Sa, 8. Mai 2021
In Kooperation mit der Klinik am Waldschlößchen. http://www.dgtd.de/aktuelles/dgtd-tagung-2021/
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