Liebe Interessierte,

ich möchte die Gründung einer Selbsthilfegruppe in Wien unterstützen und hoffe es können auf diesem Weg weitere Unterstützer zusammenfinden.

Anbei die Website zur Gründung einer SHG Wien:
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Willkommen…

bei der Selbsthilfegruppe in Wien für Frauen mit dissoziativer Symptomatik (DIS, DDNOS, früher MPS). Wir wollen zusammen einen guten Ort für Austausch, Begegnung und Vernetzung von und für Betroffene gestalten.

In ganz Österreich gibt es kein einziges spezifisches Angebot in der Gruppe für Menschen mit DIS/DDNOS, weder ambulant, noch stationär. Du hast vielleicht seit längerem gute DIS-Kontakte im Internet, aber im echten Leben fehlen Dir solche Kontakte völlig? Dann bist Du hier richtig…
Wir wünschen uns persönliche Kontakte,

- weil wir nicht glauben, dass es auf Dauer gesund ist, Lebensmittelpunkte in die virtuelle Welt zu verlegen,
- weil wir einen Raum brauchen, in dem man viele-Sein nicht so verstecken muss wie vielleicht im täglichen Leben,
- weil man sich über Regionales austauschen könnte (z.B. suche Psychiaterin, suche Yoga-Gruppe) und
- weil es gut tun würde zu erleben, dass andere Menschen auch mit DIS leben, in der Welt und nicht im Internet. Kennst Du so eine Art Alien-Gefühl? Die ganze Welt besteht aus Einsmenschen, nur ich bin viele?

Mein Verstand sagt mir natürlich:

Das ist nicht so: Die ISSTD schätzt, dass 1% der Weltbevölkerung DIS hat – nur wo sind die alle, wenn ich keine einzige Betroffene persönlich kenne?

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Gespräche und Kommunikation auf die ein oder andere Art sind elementar wichtig um Ideen anderer mal auszuprobieren. Eine Selbsthilfegruppe kann ein guter Ort sein um Menschen mit ähnlichem Erleben kennenzulernen und ggf. sich selbst zu ermutigen.

Liebe Grüße,
Linehme

[Update: Gratulation! Wir haben die angestrebte Mindestanzahl an Unterschriften zusammen! Weiter so! ]


Helft mit bei dieser Petition! Insbesondere Menschen mit Trauma-Erfahrung sollten hier ihre Stimme erheben!

 

Text der Petition

 Der Deutsche Bundestag möge beschließen, den von der Bundesregierung am 26.09.2018 eingebrachten Entwurf zum Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz - TSVG) abzulehnen und an das zuständige Fachministerium zurück zu verweisen.

 Begründung

Im Kabinettsentwurf des TSVG wurde kurzfristig ein Zusatz zum § 92 Abs.6a SGB V eingeführt. Er sieht eine „gestufte Steuerung“ von hilfesuchenden psychisch kranken Menschen vor: Ausgesuchte Ärzte und Psychotherapeuten, deren Qualifikation erst noch durch den G-BA definiert werden soll, sollen dann in Voruntersuchungen entscheiden, welchem Hilfs- bzw. Therapieangebot die Betroffenen zugeführt werden.
Eine derartige Selektion, bevor eine Behandlung in Anspruch genommen werden kann, hebelt den freien Zugang zum ärztlichen oder Psychologischen Psychotherapeuten aus. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind im Kabinettsentwurf nicht erwähnt, werden vermutlich aber auch noch in das Gesetzesvorhaben eingeschlossen.

7 Gründe zur Streichung des im Gesetz vorgesehenen Entwurfs zum § 92 Abs. 6a:

1. Dieses Gesetzesvorhaben diskriminiert im Entwurf zum § 92 eine ganze Patientengruppe. Den psychisch kranken Patientinnen und Patienten wird damit aufgebürdet, oftmals enorme, hoch schambesetzte seelische Belastungen gegenüber Behandlern darzustellen, die sie danach in der Regel nicht wiedersehen werden und die sie nicht selbst nach Vertrauensgesichtspunkten gewählt haben.
2. Psychisch Kranken wird ein Hürdenlauf zugemutet, der sie unnötig belastet und gegenüber anderen Patientengruppen benachteiligt. Es entsteht ein neues Nadelöhr vor der eigentlichen Behandlung.
3. Mit der Reform der Psychotherapie-Richtlinie 2017 sind neue Strukturen eingeführt worden, deren Auswirkungen zunächst erfasst und evaluiert werden müssten, bevor über neue Eingriffe entschieden werden kann.
4. Der Entwurf zum § 92 diskriminiert darüber hinaus auch die psychotherapeutisch tätigen Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten, die aufgrund ihrer Fachkunde und Zulassung alle über die Qualifikation zur Diagnostik, Indikationsstellung und Behandlungsplanung verfügen.
5. In einer Studie einer Krankenkasse wurde nachgewiesen, dass Psychotherapeuten korrekte Behandlungsindikationen stellen.
6. Mehrere unabhängige Versorgungsstudien belegen, dass in Deutschland mit gutem Erfolg und zur hohen Zufriedenheit der Patienten behandelt wird und die Behandelten zuvor nachweislich erheblich psychisch belastet waren.
7. Das geplante Vorgehen bindet völlig unnötig die Ressourcen von Ärzten und Psychotherapeuten, die damit der eigentlichen psychotherapeutischen Behandlung entzogen werden.
Die beabsichtigte Neuregelung kann nur als der ungerechtfertigte Versuch einer Rationierung von Behandlungsleistungen aufgefasst werden. Bei noch unzureichender Bedarfsdeckung soll offensichtlich die Versorgung durch Priorisierung und Behandlungseinschränkungen ‚fürsorglich eingehegt‘ werden. Das wäre ein folgenschwerer Eingriff in die Versorgungsstruktur psychisch kranker Menschen.
Wir fordern die Bundestagsabgeordneten und Gesundheitspolitiker aller Parteien auf, dafür Sorge zu tragen, dass der Zusatz zum § 92 (6a) im TSVG ersatzlos gestrichen wird

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2018/_10/_25/Petition_85363.html