Frage von "Jerry": Phasen in der Therapie? (Antworten: 5)

Hi meine Frage ist: Huhu, hab seit 2009 die Diagnose DIS. Arbeite mit meiner Therapeutin aber erst seit April 2019 mit den Innenpersonen. Vorher hab ich es immer verleugnet. Hab zwischendurch Phasen, da läuft es besser. Im Moment bin ich zu verwirrt. Je mehr wir Therapie damit haben. Nur noch Chaos. Ich verstehe vieles plötzlich nicht mehr. Je mehr ich darin einsteige. Gefühl, bin gleich 2 Schritte zurück gegangen. Frage..ist sowas normal? Ich verstehe gerade nichts mehr.und ich komme mir ggü. Meiner Therapeutin echt blöd vor. Danke schonmal. Viele Grüße

 

Antworten von Betroffenen der dissoziativen Identitätsstruktur:

glaub ist normal - weil die arbeit damit Chaos im Kopf macht.
Damit dann an vielen stellen gleichzeitig gearbeitet wird und es dadurch zu ggf. noch mehr Chaos kommen kann.
Aber wird sich auch wieder ändern - jedenfals hier ändert es sich, das Chaos Lichtet sich wieder etwas.
und für uns ja es gibt Viele Phasen in den wir daran arbeiten und auch das sie unterschiedlich stark sind.

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Ich glaube es ist normal.
Als wir erstmals in einer Therapie begonnen haben uns alle einzubringen, sind wir im Chaos versunken und haben sie letztendlich auch abgebrochen. Wir haben uns total "verloren" und es hat sehr viel Stabilisierungsarbeit benötigt um wieder halbwegs zu funktionieren. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Jetzt arbeiten wir in der Therapie wieder mit allen, aber diesmal ist es ganz anders, es ist nicht mehr so arg chaotisch und Überraschungen werfen nicht das gesamte System über den Haufen. Bei uns ist es also besser geworden mit der Zeit...

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Meine Erfahrung ist, dass es verschiedenen Phasen in der Therapie gibt.
Bei mir selbst war nach einem Jahr Therapie eine Zeit, in der sehr viel aufgebrochen ist und sich ganz viele Anteile gezeigt haben. Das war eine sehr anstrengende, aber auch sehr hilfreiche Zeit. WIchtig war in dieser Phase, dass ich mir mehr Ruhe und Auszeiten genommen habe im Bewußtsein und der Anerkennung, dass ich gerade sehr viel leiste.

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Hi Jerry,
ich weiß nicht, ob es eine Phase in der Therapie ist. Ich kann dir+ nur sagen, wenn viele beteiligt sind in einer Stunde, dass es sich für mich auch toootal chaotisch anfühlt. Außen ist das oft gar nicht so sichtbar... Nur für mich innen ist es sehr holperig. Meine Erklärung ist, dass eben plötzlich der Raum für viele da ist und ja auch noch jemand da (Therapeut), der begleitet, so dass ich alles viel intensiver wahrnehmen kann. Ich habe aber auch festgestellt, dass mir immer nur soviel zugemutet wird, wie ich vertragen kann. Ich denke, die Therapie wird bewirken, dass ich vertrauter mit allem werde, denn wenn ich etwas kennenlerne, dann ordnet sich ja auch etwas. Wie beim Aufräumen. Dann wird es nicht mehr so chaotisch sich anfühlen, denke ich.
LG

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Hallo Jerry,

ich glaube es wird immer wieder Phasen in der Therapie geben, die etwas aufwirbeln, andere Aspekte beleuchten, gefühltes Chaos auslösen.
Ein Gegenüber zu haben, welches sich mit so "privaten" Themen wie "innere Struktur", "Innanteile kennenlernen", "Kommunikation herstellen" ausseinandersetzt, einen auch "spiegelt", ist mitunter eine ganz neue Erfahrung, da zuvor vielleicht nur in begrenztem Umfeld oder auch gar nicht möglich war.
Daher wundert es nicht, dass es sich plötzlich auch mal viel "chaotischer" anfühlt.
Das "innere Haus", welches man gemeinsam mit dem Therapeuten betritt, schaut man sich nun gemeinsam an, öffnet Türen, die vielleicht zuvor fest verschlossen waren, schaut in einen Schrank, bei dem vielleicht einem erstmal alles entgegenkommt. Um ein wenig "Ordnung" zu schaffen (auch um das innere Haus besser und gemütlicher bewohnbar zu machen) wird erstmal sortiert und geschaut was sich so alles findet.
Gemeinsam sucht man sich einen Weg, der für einen selbst und das Innenleben machbar ist.

Ich kann mir also gut vorstellen, dass es manchmal erstmal Chaos braucht um rauszufinden, welche Ordnung sich gesund anfühlt.
Es wird immer besser, da mag ich Hoffnung geben, denn je mehr man sich und seine Anteile / Innens (oder wie auch immer man sein System erlebt) ausseinandersetzt, desto besser wird es.

Meine Erfahrung mit anderen Betroffenen ist, dass das Chaos dazugehört und es irgendwann nicht mehr als "erschreckendes, wirres Chaos" wahrgenommen wird, sondern als "mein bunter lieber Haufen, den ich auch sehr wertschätzen kann".

Nur Mut!

Liebe Grüße,
Linehme

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Weitere Antworten folgen!

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