Frage von "Rahel": Wie könnte ein "Alltagsteam" neu organisiert werden? (Antworten: 2)

Hallo zusammen Vor etwa vier Monaten wurde uns bewusst dass wir viele sind. Davor haben wir beinahe 40 Jahre in einem Chaos (über)lebt.
Meine Vorgängerin ist nach mehreren Jahren als ANP einmal mehr zusammengebrochen und ich habe übernommen.

Mir ist länger je mehr bewusst dass auch ich die anderen unbedingt brauche.
In der Innenwelt hat es ein paar Personen die durchaus willig wären einen Teil des Alltags mit mir zu teilen.
Nur leider ist keinem wirklich bewusst wie er oder sie an die Front kommen kann.

Musik kann ein als positiver Trigger genutzt werden doch dafür muss zuerst der Musikgeschmack bekannt sein. Zudem ist es so dass manchmal Anteile übernehmen welche wir aber nicht zuordnen können. Leider ist es nicht unbedingt so dass diese sich mit Namen etc. vorstellen könnten.

Mir ist dann manchmal nicht einmal klar ob ich die Person von der Innenwelt her kenne oder nicht. Im Moment versuche ich einfach regelmässig ins System zu gehen und den Kontakt zu mir bekannten Anteilen aufrecht zu erhalten. Vielleicht hat uns jemand einen Vorschlag was helfen könnte, wäre sehr froh um jeden Tip.

Vielen Dank schon jetzt im Voraus! Rahel

 

Antworten von Betroffenen der dissoziativen Identitätsstruktur:

 

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 Hallo Rahel,
ich war vor knapp 3 jahren in einer sehr sehr ähnlichen Position wie du. Ich weiß jetzt gar nicht, ob ich hilfreiche Tipps geben kann, aber ich mag voraus schicken, dass es bei uns leichter wurde mit der Zeit. "der Mensch wächst mit seinen Aufgaben" - bei mir was das eindeutig so. ;-)

Ich habe halt immer wieder versucht nach innen Kontakt zu halten und dabei eine neutrale Position einzunehmen. Habe versucht mich nicht in den emotionalen Schlamassel hinein ziehen zu lassen, sondern nur versucht dafür zu sorgen, dass das dann irgendwann seinen Raum kriegen kann, zuhause oder in der therapie, mich wirklich mehr auf Organisation und Managen konzentriert. Das war auch wichtig, denn Kümmern und Organisieren und dann womöglich noch die eigenen Themen bearbeiten - das ist zu viel, daran ist ja auch das alte Team schon zusammengebrochen.

Es braucht zu einer Entlastung nicht unbedingt, dass mehrere vorne sein können bzw. ihr bewußt switchen könnt. Da ist auch Unterstützung in anderer Form möglich. Die, die helfen wollen, können das ja auch erstmal innen tun - also sich z.b. um Kinder kümmern oder um andere, die grad im Chaos versinken und dir damit den Rücken frei halten für den Alltag. Ihr könnt zusammen an der Verbesserung der Kommunikation innen arbeiten, so dass die anderen, die auch Verantwortung übernehmen wollen, z.B. weiter geben können, wenn es Stress gibt innen drin und sich entweder überlegen, was es bräuchte oder halt dann mit dir besprechen, was ihr tun könnt.

Das bewußte Switchen gelingt uns auch nicht so, wie manche es vielleicht gerne wollten, aber gerade bei den Alltagssachen kann es ja schon hilfreich sein, wenn nicht eine alles machen muss. Wir haben gemerkt, dass es auch hilfreich ist, wenn sich da auch zwei oder drei zusammen tun und die anderen bitten im Hintergrund zu bleiben. Das ist manchmal leichter, als komplett zu switchen und für manche ist es auch viel leichter, an zweiter Reihe mitzumachen als alleine an der Front zu stehen.

Was natürlich auch hilfreich ist, wenn die Leute, die gerne vor kommen wollen, das zuerstmal in einem geschützen Rahmen machen und dann nicht gleich unter Druck stehen, etwas managen zu müssen. Wenn die das bisher noch nicht oft erlebt haben, muss das ja auch erstmal geübt und vertrauter werden... Mit der Zeit lernt man sich dann untereinander auch besser kennen und damit auch die "Türöffner" der Einzelnen, sowohl was die triggert als auch, wie es für sie leichter ist, in Kontakt zu gehen oder nach vorne in den Körper zu kommen.

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Hallo Rahel,

ich muss gestehen das ich gar nicht weiß wie und warum bei uns einige Anteile bestimmte Aufgaben übernommen haben.
Als sehr entlastent im Alltag habe ich empfunden, das ich von Innen in so fern unterstützt werde, das sich um kleine Innenanteile gekümmert wird und ähnliches. Ich habe auch erst nach und nach heraus bekommenwer im Außen welche Aufgaben übernimmt, was aber für mich in Ordnung war.
Was bei uns enorm Ruhe ins System gebracht hat war, als wir begonnen haben mit Immagination zu arbeiten. Mittlerweile haben viele der Anteile die ich kenne einen inneren sicherenOrt und für uns ganz wichtig ist auch der Versammlungsort. Dort treffen wir uns um Dinge zu besprechen.
Hilfreich ist es auch, das wir in jedem Raum einen Gegenstand haben der alle daran erinnert das wir jetzt erwachsenund handlungsfähig sind. Das ist im Wohnzimmer z. B. eine Buddafigur, da wir in einer katholischenFamilie groß wurden, gab es soetwas dort nicht. Für unterwegs haben wir einen Schlüsselanhänger als Anker. Das entlastet alle, da klar ist wir sind nicht in Gefahr.
Was auch hilfreich war und ist, ist das Angebot nach innen aus zweiter Reihe an schönen Dingen teil zu haben oder auf Wunsch auch zu übernehmen. Viele der Innenanteile kennen nur Traumata und der Zugang zu positiven Erlebnissen hat bei uns dazu geführt, das ich im Alltag mehr Kraft habe, da es den Anteilen im Innen besser geht.
Wie genau es zu Wechseln kommt weiß ich gar nicht und ich steuer das auch wenn dann unterbewusst. In bestimmten Situationen übernehmen immer die gleichen Anteile und die Kinder kommen nur in unserer Wohnung oder in Begleitun bestimmter Personen nach vorne. Allerdings weiß ich das ich die Kinder z. B. mit einem Bilderbuch dazu bringe nach vorne zu kommen.
Ansonsten reduziert sich der Stress bei uns durch Strukturen die uns Halt geben und Sicherheit schaffen.
Ich habe gelernt zu akzeptieren, das ich nicht immer weiß wer was erledigt hat und das ist so auch in Ordnung. Es ist wichtig sich zunehmend gegenseitig zu vertrauen und gemeinsame Ziele zu finden.

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weitere Antworten folgen!

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