Frage von "Pauli": Woran merke ich, ob ich mir "Innen-Kinder" einbilde? (Antworten: 3)

Da sind so Kinder in mir, die oft aufgeregt sind und auch nach außen sprechen möchten wenn etwas "los ist", ich versuche das immer zurückzuhalten... Oder sie wollen wissen welche Lieblingsfarbe eine Person hat oder welches Lieblingstier...? Wie merke ich, dass ich mir das nicht nur einbilde?

 

Antworten von Betroffenen der dissoziativen Identitätsstruktur:

 

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 Hallo Pauli,

das ist eine gute aber auch keine leichte Frage.
Als wir noch nicht wussten dass wir Viele sind, war es für uns ganz normal dass es in unserem Kopf Diskussionen gab oder Kommentare zu dem was wir gerade gemacht haben. Für uns war das so normal, dass wir mit niemandem darüber gesprochen haben. Wir sind genauso davon ausgegangen dass es bei jedem Menschen so ist, wie wir auch davon ausgehen, dass alle Menschen fünf Zehen an einem Fuß haben. Wir waren so erstaunt darüber als wir irgendwann dann mal eine Freundin gefragt hatten und sie uns tatsächlich gesagt hatte, dass das bei ihr nicht so ist. Das konnten wir gar nicht glauben. Und dann haben wir noch andere gefragt und haben die gleiche Antwort erhalten.
Wir haben mit der Zeit gelernt, uns zu vertrauen. Wenn wir etwas fühlen, wenn wir etwas spüren, wenn jemand etwas sagt, dann ist da auch jemand.
Vielleicht ist es ja auch mal eine gute Idee auszuprobieren was geschieht, wenn du die Fragen, die die Innen-Kindern haben, an ihrer statt an dein Gegenüber stellst?

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Hallo Pauli,

ich kann deine Verunsicherung gut nach vollziehen, uns haben unsere Innenkinder anfangs sehr verunsichert. Um so mehr ich aber versucht habe diese zu ignorieren um so lauter und anstrengender wurden diese. Erst nach dem ich dem ganzen Raum gegeben habe, wurde es besser.
Ich habe die Fragen der Kinder für diese gestellt, aber trotzdem gedacht ich bilde mir das ein. Letztendlich waren diese Stimmen aber da und ich wusste die gehören zu mir, das kommt nicht von Außen.
Die Frage was das ist, habe ich versucht erst einmal nach hinten zu schieben, ich habe diese Kinder als real empfunden. Da wir viele Jahre die Borderline-Diagnose hatten, kannte ich das Konzept des inneren Kindes und habe angenommen das es sich um solche handelt.
Das ein inneres Kind keine eigenständige Person ist war mir nicht klar und von daher ist mir auch nie aufgefallen das es bei uns anders ist, da es für mich normal war.
Versuch doch mal zu schauen was die Kinder wollen und dem wenn möglich nach zu kommen, wenn es dir damit besser geht, ist der Rest erst einmal nicht so wichtig.

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Hallo Pauli,

ich habe die Innenkinder auch immer mit dem Konzept des "Inneren Kindes" verwechselt, aber das ist doch wohl etwas sehr Unterschiedliches. Soweit ich das verstanden habe, haben Menschen für gewöhnlich keine Kinder im Kopf und denken auch nicht darüber nach, ob diese echt sein könnten. Vielleicht kannst du mal in deinem Freundeskreis fragen, wie die das bei sich erleben und erkennst dann Unterschiede zu dir.

lg
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weitere Antworten folgen!

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