Wie kommt man eigentlich zu einer Gesprächstherapie?

Bereits die Entscheidung sich einem Gesprächstherapeuten anzunähern ist ein mutiger Schritt. Natürlich kann es etwas dauern bis einerseits Erstgespräche geführt werden können und andererseits auch die Chemie passt. Nicht selten dauert es auch einige Zeit, bis man "sich an einander gewöhnt" hat. Mann oder Frau, welcher Schwerpunkt, welche Therapieart und Richtung? Das sind alles Fragen die man sich stellen kann und sollte.

Um etwas näher an der Realität zu sein habe ich meine Foren-Mitglieder gefragt, wie ihr Weg zum Gesprächstherapeuten verlaufen ist:

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Ich habe die Empfehlung für meinen Therapeuten damals über den Oberarzt der Tagesklinik bekommen und hatte Glück. Direkt vier Wochen später hatte ich einen festen Platz dort. Seit 8 Jahren bin ich nun dort und da er Analytiker ist, haben wir wirklich viele Stunden.
Ich würde mittlerweile auch immer Kontakt zu Traumaambulanzen aufnehmen und nach Empfehlungen fragen. Gerade bei einer DIS muss der Therapeut entsprechend Erfahrung haben.
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Ich habe mir eine Liste von Traumatherapeutinnen von meiner Krankenkassen geben lassen ,
und habe mir deren Hompage angeschaut wenn eine hatten.

Meine Betreuerinn hatte mir auch zwei empfohlen.
Habe im Telefonbuch geschaut .
Habe in der Traumaambulance angerufen.

Meine jetzige Körpertherapeutinn habe ich übers Internet gefunden :)

Und meine Verhaltenstherapeutinn (Trauma)
übers Telefonbuch
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Ich habe meine Therapeutin über eine TherapeutInnenliste im Internet gefunden.
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Mir ging es damals wohl sehr schlecht, ich war glaube ich gerade in einer Ausbildung (die Erinnerung ist ziemlich fern) und konnte nicht mehr. Ich bin bei meiner Neurologin gelandet und die hat mich glaube ich direkt in eine vollstationäre Klinik geschickt.
Nach dem Aufenthalt war ich bei ihr weiter medikamentös in Behandlung und sie gab mir eine ganze Liste von Psychotherapeuten in der Umgebung.
Bei einem Erstgespräch bin ich in meiner Stadt eine Treppe hoch, irgendwie in eine halbe Privatwohnung. Dort waren überall Schrägen, es war seltsam. Und dann kamen nach der Begrüßung plötzlich drei riesige schwarze Hunde (ich glaube Dobermänner, schlank, groß, wuahhh....) in den Raum, ja die gehören auch dazu. WHAT THE FUCK. Ich meine, man sollte sowas vorher mitteilen, ich hab mich nämlich fürchterlich erschreckt und habe das Weite gesucht :shock:
Bei Nummer 2 bin ich dann geblieben, ich denke eine Kurzzeittherapie lang. Sie war eine kleine sehr herzliche liebevolle Therapeutin, soweit ich mich erinnere und das war leide rgenau das womit ich nicht zurecht kam. Es hat einige Zeit gedauert bist ich -auch nach dieser Liste von der Neurologin- zu meiner 3. Therapeutin kamm, bei der ich letztlich 19 Jahre blieb.
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Mein neuer Therapeut habe ich durch Hilfe aus dem Forum gefunden. Ich habe mir die Liste von Traumatherapeuten in der Umgebung angesehen, da ist mir einer gleich ins Auge gestochen und den habe ich angerufen, gesagt was ich tun will und nunja jetzt sind wir soweit und haben demnächst unsere 4. Sitzung.
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Wir waren in einer Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) angebunden und hatten die Therapeutensuche nach vielen Fehlschlägen aufgegeben und hatten uns damit abgefunden. Dann hat unsere Psychiaterin den Wechsel zu einer anderen PIA empfohlen, da es dort eine Fachärztin mit Therapeutenausbildung gibt. Sehr zu meiner Freude hatte diese einen Platz frei und ich mache seit über zwei Jahren eine wöchentliche Gesprächstherapie dort. Der Vorteil für mich ist, dass ich dort auch an anderen Gruppen und Einzelangeboten teilnehmen kann und die Stunden nicht bewilligt werden müssen.
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Eine Freundin war bereits bei meiner Therapeutin und hat sie mir dann sehr ans Herz gelegt.
Es hat dann aber noch ein Jahr gedauert bis ich mich zu ihr getraut habe...
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Ich hatte einen regelrechten Zusammenbruch und wurde in eine Akutklinik eingewiesen. Dort hatte ich meine Therapeutin als Behandlerin. Sie arbeitet zwei Tage in der Klinik und ansonsten in ihrer Praxis.
Von daher hatte ich Glück. Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass es auch sehr viel größere Umwege gibt, bis man den richtigen Therapeuten gefunden hat.

Es gibt auf diversen Homepages Listen von Therapeuten, so z.B. auf der Seite von Emdria, wenn es um Therapeuten mit EMDR-Ausbildung geht oder auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Traumatherapie.
Derzeit bin ich am überlegen den Therapeuten zu wechseln. Es ist nicht einfach wen zu finden. Ich denke viel läuft über Hörensagen. Z.B. beim Psychiater oder über Freunde oder so.
Es bedarf Mut sich auf die Suche zu begeben. Aber wenn man den richtigen Therapeuten gefunden hat, hat sich die Reise gelohnt.
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Ich habe einen "Bewerbungsbrief" geschrieben und meine Problematik geschildert und was ich suche (und auch nicht suche).
Ich bekam wenige Antworten, aber da war dann jemand dabei der sich nun jahrelang mehr als bemüht hat.
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An die erste bin ich durch Empfehlung meiner damaligen Hausärztin gekommen. Das war okay. Es war damals aber auch nicht klar, was für einen Rattenschwanz mein Zusammenbruch noch hinter sich hergezogen hat. Die ist dann weggezogen.

An die zweite bin ich auch durch Empfehlung gekommen. Die Therapeutin einer Freundin und sie kennen sich. Sie hatte gerade hier in der Nähe eine Praxis aufgemacht und daher habe ich ohne Wartezeit einen Therapieplatz bekommen. Bei ihr bin ich heute noch (mit Pausen).
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Ich hoffe dies kann einen kleinen Einblick in die Realität geben.
Linehme