Dissoziative Wechsel / Switches / von Persönlichkeitsanteilen im Sinne einer dissoziativen Identitätsstörung können sich auf sehr unterschiedliche Weisen bemerkbar machen (sofern die Anosognesie oder dissoziative Amnesie nicht mit reinspielt).

 Beispiele für Symptome / vor oder nach einem diss. Wechsel:

- Das Gefühl, dass sich alles dreht, wie kurz bevor man ohnmächtig wird
- Druckgefühl im Kopf
- Sich fremd anfühlendes Übelkeitsgefühl
- Alles entgleitet einem
- Plötzliche Müdigkeit
- Derealisation (Sich weggezogen fühlen, nacht hinten kippend, Raum wirkt kleiner oder größer)
- Depersonalisation (Körper fühlt sich wie in einem Sog, kein Körperempfinden mehr, Taubheit)
- Plötzlich sich fremd anfühlende Bedürfnisse
- Die Welt wie hinter einer Milchglasscheibe erlebend
- Drücken im Kopf, sich wirr fühlen
- Starkes Aus-/Einatmen
- Augenzucken, Nervenzucken
- Fühlen von dissoziativen Lähmungen
- Missempfindungen im Gesicht (Augen fühlen sich größer oder kleiner an, Spiegelbild wird bedrohlich wahrgenommen)
- starkes Ausatmen oder Einatmen nach einem dissoziativem Wechsel
- Missempfindungen wie plötzliches Brennen im Kopf, Wattegefühl, Anschwellen des Gehirns
- Starkes Druckgefühl auf Brust und Körper
- Tunnelblick
- [...]

Manche Betroffene spüren nichts dazwischen oder können die Anzeichen selbst kaum wahrnehmen. Für Außenstehende ist es meist nur in Ausnahmefällen sichtbar (und verstehbar). Viele Betroffene sind Meister im kaschieren (Anpassungsreaktion um nicht aufzufallen, selten steuerbar), erklären sich und der Umwelt einen anderen Grund für diesen "Zustand". Im Laufe der Therapie und Innenarbeit, macht es Sinn sich den Anzeichen zu widmen.

Es kann innerhalb der Therapie helfen, wenn der Therapeut achtsam drauf aufmerksam macht, dass gerade eine Änderung bemerkt wurde. Das schärft das Bewusstsein für dissoziative Zustände allgemein und kann beim Thema Innenkommunikation ein weiterer Ansatzpunkt sein.

Beispiel für voll-dissoziiertes Wechseln (mit Amnesie):
Franz wäscht gerade das Geschirr ab, erlebt beim Geruch vom Spülmittel langsam aber sich aufdrängend ein Gefühl von Leere. Die Wassertemperatur kann er nicht mehr einschätzen. Etwas zieht in nach hinten. Ein direktes Eingreifen ist nicht mehr möglich, in der nächsten Situation befindet er sich auf dem Sofa. Nur eine Ahnung bleibt zurück, was gerade passiert sein könnte oder dass etwas gewesen ist.

Beispiel für teil-dissoziiertes Wechseln (ohne Amnesie):
Klara geht gerade Joggen, während des Laufens sieht sie einen Schatten und plötzlich breitet sich ein Gefühl von körperlich "kleiner werden" aus.
Ihr Kopf schmerzt und wie fremd gesteuert läuft sie zur nächsten Bushaltestelle. Sie kann dem geschehen zusehen, kehrt aber erst beim Hinsetzen zur Haltestelle zur Handlungsfähigkeit zurück.
Es bleibt ein Gefühl von Machtlosigkeit über, die fremd gefühlt Angst bleibt noch einige Zeit bestehen. Skills könnten helfen.

Liebe Grüße,

Linehme

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